Meine Erfahrungen mit dem Jobcenter

Im Sommer 2011 bin ich mitsamt 5 Kollegen im Gefolge "betriebsbedingt" gekündigt worden. Seit dem ist es mir leider nicht gelungen, einen Anschluss an meine bisherige Beschäftigung zu finden, und das obwohl wir ja angeblich einen "Fachkräftemangel" haben. Aber sei es drum, wahrscheinlich bin ich ganz persönlich zu dumm, eine neue Beschäftigung zu finden. Schließlich kann ja angeblich jeder der nur möchte eine Arbeit finden, gell?

Mittlerweile habe ich gelernt im "System Hartz-IV" zu leben und zwischenzeitlich macht es eine Menge Spaß, Man muss sich nur die "Bedienungsanleitung", die einem der PAP bewusst verschweigt, suchen und verstehen und sich nach Gleichgesinnten umschauen und dabei stößt man im Netz nicht nur auf diesen "Rebell" hier, sondern auch auf zahlreiche andere "Kollegen", die bewusst dem perviden System "Hartz-IV" den Kampf angesagt haben und dieses kontinuierlich torpedieren.

Bevor ich das erste mal ins Jobcenter gegangen bin und mein Outing, dass ich ebenfalls einer der zahlreichen Menschen in diesem Lande bin, die ganz persönlich zu blöd sind, um eine Arbeit zu finden und zu arbeiten, habe ich mir - gott sei Dank - die notwendige "Bedienungsanleitung" angeeignet und bin somit relativ informiert ins JC gekommen. Dort habe ich dann gleich zu Verstehen gegegen, dass ich die "Eingliederungsvereinbarung" sicherlich nicht unterschreiben werde. Das gab dann eine kleine Diskussion, warum ich diese denn nicht unterschreiben wolle, aber ich blieb hart und sodann wurde diese als Verwaltunsakt erlassen. Netterweise wurde ich gleichzeitig zu einem 2-wöchigen Kurs "IZO - Iniative zur Orientierung" verdonnert, äh ich meine natürlich eingeladen. Die hatten außer dem neoliberalen Zeitgeist nicht viel zu bieten. Ich konnte den Kurs jedoch dazu nutzen, Leidensgenossen kennen zu lernen und mich mit diesen austauschen, so dass dieser Kurs nicht ganz für die Tonne war. Gegen die nette Einladung zu diesem Kurs, die ich in Form des Ersatz der Eingliederungsvereinbarung erhielt, habe ich natürlich postwendend Widerspruch bei meinem Jobcenter eingelegt und beim zuständigen Sozialgericht die aufschiebene Wirkung beantragt.

Die aufschiebende Wirkung wurde sodann auch angeordnet, jedoch kam die Post vom Sozialgericht einen Tag, nach dem die wirklich schöne Maßnahme dann geendet hatte und das war dann nicht mehr für mich relevant.

Das Jobcenter hat in dem Beschluss vom Sozialgericht ein wenig etwas auf den Deckel bekommen und sodann den, die EGV ersetzenden, VA wenig später zurückgenommen.

Zwischenzeitlich kann ich mein ALG-II fast als eine Art "bedingungsloses Grundeinkommen" genießen. Diesen Status verdanke ich sicherlich auch meiner Wehrhaftigkeit. Wehren lohnt sich also eigentlich immer. Ich persönlich kann deshalb bis auf die Maßnahme eigentlich auf keine negativen Erfahrungen mit dem Jobcenter zurückblicken. Jedoch zeigen mir zahlreiche negative Fallbeispiele, dass es genug "Kollegen" gibt, die wirklich negative Erfahrungen mit dem Jobcenter gemacht haben und ich will die Arbeit deshalb von den Jobcentern keinesfalls gut heißen! Schlussendlich macht diese eh keinen Sinn, denn wenn wirklich so viel Arbeit vorhanden wäre, wie uns alle glaubhaft machen wollen, wozu bräuchte man dan noch die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter? Vielleicht wäre ein BGE eine wirklich attraktive Alternative. Naja, warten wir ab, was die Zukunft bringen wird.

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Kommentare   

0 #1 RE: Meine Erfahrungen mit dem JobcenterMatthias - Admin 2013-02-14 21:53
Super und sehr witziger Artikel, Karl! Vielen Dank!

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