Chef des Jobcenters Unterallgäu versucht mit - anscheinend - dreister Lüge, Rechtsbruch vor der Öffentlichkeit zu kaschieren

Über den Rechtsbruch des Jobcenter Unterallgäu im Zusammenhang mit meiner Heirat habe ich an anderer Stelle bereits ausführlich berichtet.

Am gestrigen Tage erschien in der lokalen Presse, der "Memminger Zeitung", dieser schöne und aussagekräftige Artikel (3 MB, bitte Geduld beim Laden), der bedauerlicherweise sowohl den Geschäftsführer des Jobcenter Unterallgäu, Zwinger, als auch den Landrat zu Stellungnahmen nötigte.

Besonders bemerkenswert, jedoch keineswegs in dieser Form unerwartet, ist folgende Aussage Herrn Zwingers: "Sein Stellvertreter sei jedoch davon ausgegangen, dass das Paar ab sofort zusammenlebe."

Dies soll wohl, im Zusammenhang mit weiteren Aussagen, den Eindruck erwecken, dass es sich um ein "bedauerliches Missverständnis" gehandelt habe.

Ach wirklich? Dann schauen wir uns doch einmal ganz nüchtern an, was ich dem Jobcenter Unterallgäu seinerzeit, quasi als Auslöser des Rechtsbruchs, so alles mitgeteilt hatte.

Der abschließende Satz lautete glasklar und vollkommen unmissverständlich: "Wir bewohnen nach wie vor 2 getrennte Wohnungen im Wohnhaus "Am Bächle 8". 

Was, bitte, ist an "2" und "getrennte Wohnungen" hier missverständlich?

 

Wenn ich davon ausgehe, und bis zum Beweis des Gegenteils muss ich davon ausgehen, dass der Redakteur des betreffenden Artikels Herrn Zwingers Aussagen ebenso korrekt wiedergegeben hat wie meine eigenen, dann ergeben sich jetzt genau zwei Möglichkeiten:

a) Der stellvertretende Behörden- und Teamleiter der Leistungsabteilung des Jobcenter Unterallgäu ist derart inkompetent, dass er noch nicht einmal in der Lage ist, eine aus drei! Sätzen bestehende Änderungsmitteilung einer Standardsituation – der Heirat zweier ALG-II-Empfänger - so zu verstehen und zu interpretieren, dass seine anschließenden Handlungsanweisungen nicht zu einem rechtswidrigen Bescheid und massiver Leistungskürzung führen. Wollen wir DAS wirklich glauben?

b) Herr Zwinger hat hier ganz einfach eine dreiste Lüge verwendet, um den mehr als offensichtlichen Rechtsbruch vor der Öffentlichkeit zu kaschieren. Falls diese Möglichkeit zutrifft, steht der Chef des Jobcenter Unterallgäu anscheinend bereits ziemlich mit dem Rücken zur Wand...

Weiterhin hat er mein ohnehin kaum noch vorhandenes Vertrauen in die Qualität und Redlichkeit der Mitarbeiter des Jobcenter Unterallgäu noch mehr in Richtung Null reduziert, denn nach wie vor gilt: "Wie der Herr, so´s Gscherr"... Ich enthalte mich hier absichtlich der unappetitlicheren Redensart mit dem Fisch.

 

Das bedeutet also: das Jobcenter Unterallgäu fabriziert nicht nur einen Rechtsbruch nach dem anderen, sondern jetzt wird zusätzlich allem Anschein nach auch noch vor Vertretern der Presse gelogen, damit das nur ja nicht rauskommt und alles wie ein "bedauerliches Missverständis" aussieht.

Dumm nur, dass damit, wie immer in solchen Situationen, alles noch wesentlich schlimmer wird.

 

Sehr interessant scheint mir in diesem Zusammenhang dieses youtube-Video (wie so oft Dank an Ralph Boes´ Website), in dem nun sogar Heiner Geißler folgendes aussagt: "Ihre Jobagenten, die die Fälle bearbeiten, haben auch die Aufgabe, zu sparen. Das wird denen ausdrücklich gesagt. Da kann ich Ihnen Arbeitsgemeinschaften und Jobagenturen nennen, wo den Leuten gesagt wird, Ihr müsst sparen, Ihr müsst am Ende des Jahres was vorweisen."

Sollte dies möglicherweise der wahre Grund für das zum Rechtsbruch führende "bedauerliche Missverständnis" und die absolut klägliche Verteidigungsstrategie des Jobcenter-Chefs bis hin zu (s)einer möglichen Lüge sein? Was geschieht hier alles hinter dem Rücken der ÖFFENTLICHKEIT und der STEUERZAHLER?

Und wozu lassen sich inzwischen BEAMTE des deutschen Staates herab?

 

Wirklich nett ist auch Herrn Zwingers folgende Behauptung: "... dass die Gespräche alle vier bis sechs Wochen geführt werden. Schließlich sei der Stellenmarkt in der Region so gut, dass es viele Möglichkeiten gebe, in Beschäftigung zu kommen".

Irgendwie muss sich der Stellenmarkt nach meinem ersten offenen Brief an den Landrat schlagartig massiv verschlechtert haben, da meine Frau nicht nur - wie berichtet - einen Tag vor dem Novembertermin ausgeladen, sondern bis jetzt auch nicht wieder für ein mit dem super tollen Stellenmarkt verbundenes Gespräch erneut eingeladen wurde. Wie schnell sich Arbeitsmarktsituationen offenbar auch ganz unabhängig vom Einfluss des Jobcenters ändern können und wie überwältigend schnell das Jobcenter auf diese veränderten Randbedingungen reagiert, erstaunt mich tatsächlich sehr. Eine derart schnelle Adaptation an die äußeren Umstände hätte ich denen bis jetzt gar nicht zugetraut.

Was mich nicht erstaunt ist, wie viel Nonsens ein einzelner Mensch am Stück zu verbreiten in der Lage ist.

 

Der Landrat in seiner Funktion als Vorsitzender der Trägerversammlung des Jobcenters sowie der Vorsitzende der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen als - vermutlich - weiterer wichtiger Träger dieses Jobcenters erhalten diese offenen Briefe

Die Memminger Zeitung ist bereits informiert. Jetzt wird es ja erst richtig spannend...

Die Luft für das Jobcenter Unterallgäu wird jedenfalls immer dünner...

 

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